Baby verschwunden, extreme Sonderwünsche, tote Passagiere

Flugbegleiter verraten ihre irrsten Erlebnisse an Bord

Airline-Mitarbeiter kommen bei jedem Flug mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt und erleben dabei die skurrilsten Geschichten. Bei TRAVELBOOK berichten Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter, welche Erlebnisse ihnen während ihres Berufsalltags in der Luft bislang am meisten in Erinnerung geblieben sind.

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Nach einem Facebook-Aufruf haben sich zahlreiche Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter verschiedenster Airlines bei TRAVELBOOK gemeldet und von ihren außergewöhnlichsten Erlebnissen an Bord berichtet. Lesen Sie mal, womit die Crew in der Luft so alles konfrontiert ist:

Simon F., 24, arbeitet seit sechs Jahren als Flugbegleiter: „Mein irrstes Erlebnis bislang war, als eine sehr alte Dame im Rollstuhl mit an Bord war. Die Frau wurde bis zu ihrem Sitzplatz gefahren und hatte offensichtlich große Schwierigkeiten, sich zu bewegen. Zudem hatte sie auch sehr viel Handgepäck dabei. Und dann das: Nach der Landung am Zielort war diese Dame auf einmal weg. Wir haben sie dann noch quietschlebendig und gut zu Fuß aus dem Flieger laufen sehen, mitsamt allen ihrem Handgepäck.“

Wie durch ein Wunder konnte eine ältere Passagierin im Rollstuhl plötzlich doch wieder laufen...

Foto: Getty Images

Tina S., 21, arbeitet seit zwei Jahren als Flugbegleiterin: „Mein irrstes Erlebnis war, als ein Gast einen Asthmaanfall hatte und ich ihm Sauerstoff geben musste. Währenddessen wurde ich von einem anderen Passagier, der am Gang auf der anderen Seite saß, angetippt und angesprochen: ‘Give me water, now!‘ Da dachte ich echt, ich stehe im Wald, da man die riesige Sauerstoffflasche einfach nicht übersehen konnte.“

Timo H., 35, arbeitet seit drei Jahren als Flugbegleiter:Auf einem Nachtflug von Köln nach Izmir in der Türkei waren wir komplett ausgebucht. Viele einheimische Passagiere hatten Babys mit an Bord. Es waren genau elf Babys. Da wir jeden Passagier mit Baby extra einweisen müssen, gingen meine Kollegen und ich zu jedem Einzelnen hin, gaben ihnen einen Babysicherherheitsgurt und wiesen sie in die Sicherheitsvorschriften ein. Allerdings fehlte ein Baby. Wir zählten noch mal nach, aber es waren nur zehn. Ein Blick auf die Passagierliste sagte uns dann, dass in Reihe 6 noch ein Baby sein sollte. Als ich die dort sitzende türkische Dame fragte, wo ihr Baby sei, zeigte sie nach oben. Das Baby lag doch tatsächlich zwischen zwei Koffern und schlief...“

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Sarah B., 22: „Leider gehört zu meinen irrsten Erlebnissen auch ein Todesfall. Es war ein normaler Flug von Ibiza zurück nach Düsseldorf. Als wir gelandet sind und das Deboarding stattgefunden hat, ist eine junge Frau (circa 20 bis 25 Jahre alt) sitzen geglieben. Sie sah aus, als ob sie schlafen würde. Als meine Kollegin sie wecken wollte (es ist nicht unüblich, dass die Leute trotz harter Landung weiter schlafen), hat sie die Dame einfach nicht wach bekommen. Wir haben noch alles probiert, allerdings war es einfach zu spät. Letzendlich hat sich herausgestellt, dass die Frau eine Überdosis Tabletten/Drogen o.ä. genommen hatte und an Bord einfach eingeschlafen ist. Das Schlimme war nur, es ihren Freundinnen zu erklären, die komplett verteilt im Flieger saßen.“

Jan P., 26: „Auf einem meiner ersten Flüge in den Iran wurde ich beim Ausgeben des Essens freundlich von zwei älteren Gästen gebeten, doch bitte das Fleisch klein zu schneiden. Da habe erst mal etwas irritiert geschaut, weil das Besteck ja mit auf dem Tablett war. Nachdem ich dann aber mitbekommen hatte, dass beide Passagiere sehr mit den Händen zitterten, nahm ich mir dann kurzerhand Messer und Gabel und habe den beiden natürlich das Fleisch kleingeschnitten. Am Ende des Fluges haben Sie sich per Handschlag bei mir für den schönen Flug bedankt. Das freut einen dann immer sehr.“

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Martina K., 35, arbeitet seit 15 Jahren als Flugbegleiterin – und hat schon mehrfach unliebsame Erfahrungen mit männlichen Fluggästen gemacht: „Ein Passagier hatte wohl zwei Stunden Zwischenstopp in den USA und wollte mich dort in einem Stundenhotel treffen, obwohl ich vorher kein einziges Wort mit ihm gesprochen hatte und ich ihm nur im Gang begegnet bin und angelächelt hatte. Manche Männer verstehen die Freundlichkeit einfach falsch. Natürlich konnte ich ihm diesen Wunsch nicht erfüllen.

Ein anderes Mal war ein russischer Seemann so betrunken, dass er sich bis auf die Unterhose ausgezogen hat und stolz mit Bier in der Hand herumgelaufen ist, jeder konnte seine Bierwampe sehen. Er wollte immer mehr Bier, und bei Betrunkenen hat man oft Angst, dass sie aggressiv werden, wenn man ihnen Alkohol verweigert. Deswegen kam ich auf die glorreiche Idee, alkoholfreies Bier in eine normale Bierflasche zu füllen.

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